Der neue Harley-Davidson CEO besucht in sechs Tagen zehn Händlerstandorte und setzt ein starkes Zeichen
Harley-Davidson CEO Artie Starrs hat seine erste europäische Händlertournee absolviert und dabei in nur sechs Tagen zehn Stationen besucht.
Gemeinsam mit Kolja Rebstock, Senior Vice President International bei Harley-Davidson, sendete er ein starkes Signal an die europäische Händlerschaft. Europa ist für Milwaukee kein Nebenschauplatz!
Ein neuer Stil an der Spitze von Harley-Davidson
Seit dem 1. Oktober 2025 steht Artie Starrs an der Spitze von Harley-Davidson. Der frühere CEO von Topgolf und davor Global CEO von Pizza Hut übernahm das Ruder von Jochen Zeitz, der die Motor Company fünf Jahre lang geführt hatte. Was viele in der Branche zunächst mit Skepsis betrachteten, weil Starrs keinen klassischen Motorrad-Hintergrund mitbringt, weicht zunehmend einem positiven Grundgefühl. Dass er sich noch vor seinem offiziellen Amtsantritt eine neue Harley-Davidson Heritage Classic zugelegt hat, wurde in der Community aufmerksam registriert. Kein inszeniertes PR-Foto, sondern eine persönliche Entscheidung. Denn der neue Mann in Milwaukee macht eines deutlich. Er hört zu. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinne.
Wer Artie Starrs bei seinen Terminen erlebt, dem fällt sofort ein Detail auf. Der CEO hat stets ein Notizbuch dabei und schreibt konsequent mit. Keine digitale Distanz, kein flüchtiges Tippen auf dem Smartphone. Starrs notiert sich handschriftlich, was seine Gesprächspartner ihm erzählen. In einer Zeit, in der viele Führungskräfte kaum noch den Blick vom Bildschirm heben, ist dieses analoge Zuhören mehr als eine Eigenart. Es ist eine Haltung. Und genau diese Haltung kommt bei den europäischen Händlern an.
Zehn Stationen in sechs Tagen
Ende Januar 2026 absolvierte Artie Starrs seine erste große Europa-Reise als CEO. Die Route liest sich wie eine Blitztour durch die wichtigsten Harley-Davidson Märkte des Kontinents. Startpunkt war die Motor Bike Expo in Verona, die vom 23. bis 25. Januar 2026 stattfand und als eine der bedeutendsten Motorradmessen Europas gilt. Von dort ging es Schlag auf Schlag weiter.
Die Stationen im Überblick
- Verona (Motor Bike Expo)
- Bergamo
- Milano
- Zürich
- Frankfurt
- Köln-Bonn
- Hamminkeln
- Brüssel
- Paris
- London
Sechs Tage, zehn Städte, vier Länder. Ein wilder Ritt, wie man in der Szene sagen würde. Doch Starrs ließ es sich nicht nehmen, auch das europäische Zentrallager von Harley-Davidson in der Nähe von Antwerpen zu besuchen. Damit bewies er, dass ihm nicht nur der direkte Kontakt zu den Händlern wichtig ist, sondern auch das Verständnis für die gesamte Lieferkette und Logistik in Europa.
Gemeinsam mit Kolja Rebstock auf Mission
Begleitet wurde Starrs auf seiner Tour von Kolja Rebstock, dem Senior Vice President International bei Harley-Davidson. Rebstock verantwortet seit Januar 2021 die Geschicke von Harley-Davidson in Europa und kennt die europäische Händlerschaft und ihre Bedürfnisse genau. Dass Starrs seine erste Europa-Reise gemeinsam mit Rebstock absolvierte, unterstreicht die Bedeutung, die Milwaukee dem europäischen Markt beimisst.
Im Rahmen der Tour traf Starrs auch den europäischen Händlerverband. Ein Treffen, das in der Branche aufmerksam registriert wurde. Denn die europäischen Händler stehen vor großen Herausforderungen. Von den Nachwirkungen schwieriger Marktbedingungen über Zollfragen bis hin zur Frage, wie die Marke Harley-Davidson auf dem Kontinent weiter wachsen kann.
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Ein wichtiges Signal für die Händlerschaft
Die Bedeutung dieser Reise lässt sich kaum überschätzen. In den vergangenen Jahren hatte sich bei Teilen der europäischen Händlerschaft eine gewisse Ernüchterung breitgemacht. Rückläufige Verkaufszahlen, strategische Unsicherheiten und das Gefühl, von der Zentrale in Milwaukee nicht ausreichend gehört zu werden, hinterließen Spuren. Dass der neue CEO nun als eine seiner ersten großen Amtshandlungen nach Europa reist, dort persönlich bei den Händlern vorbeischaut und sich handschriftliche Notizen zu ihren Anliegen macht, ist mehr als ein nettes Zeichen. Es ist ein klares Bekenntnis.
Artie Starrs bringt aus seiner Zeit bei Topgolf und Pizza Hut umfangreiche Erfahrung im Umgang mit Franchise-Netzwerken und Händlerstrukturen mit. Bei Topgolf steuerte er über 100 Standorte weltweit, bei Pizza Hut waren es sogar mehr als 18.000 Filialen in 110 Ländern. Bei Harley-Davidson ist das Netzwerk mit rund 1.400 eigenständigen Händlerbetrieben weltweit deutlich überschaubarer. Doch genau darin liegt eine Chance. In einem Netz dieser Größe ist der persönliche Kontakt zwischen CEO und Händlern tatsächlich möglich. Und genau diesen Kontakt hat Starrs mit seiner Europa-Tour gesucht.
Wie geht es weiter
Die erste Europa-Tour von Artie Starrs war ein Auftakt, kein Abschluss. Die Händler erwarten nun, dass den Worten und Notizen auch Taten folgen. Die 2026er Modellpalette mit den 13 neuen Chapter 2 Motorrädern liefert dafür eine starke Grundlage. Ob Starrs es schafft, das Vertrauen der europäischen Händlerschaft nachhaltig zurückzugewinnen und Harley-Davidson auf dem Kontinent wieder auf Wachstumskurs zu bringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Eines hat er mit seiner Europa-Tournee jedenfalls bereits erreicht. Die europäischen Händler fühlen sich wahrgenommen. Und manchmal beginnt eine Wende genau damit.
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