HARLEY-DAVIDSON FAT BOY Dänemark Tour 2021
John Doe

Einfach mal auf Tour mit der Harley-Davidson Fat Boy 2021 und das dänische Hygge leben

HARLEYSITE ON WHEELS

In Dänemark ist das Wort Hygge die Bezeichnung für ein Lebensgefühl, das übliche Glücksrezept der Dänen, einfach mal raus und eine schöne Zeit genießen. Das Wort kommt ursprünglich aus Norwegen und ist irgendwann im 18. Jahrhundert in die dänische Sprache aufgenommen worden. Seit dem verbindet man das Wort Hygge, mit allem was einem gut tut.

Dänemark ist das Tor nach Skandinavien

Und ich habe mir gedacht, machst du auch mal einen auf Hygge und bin im Juli, auf der Fat Boy 114 einfach mal kurzentschlossen, an die dänische Westküste gefahren. Es empfiehlt sich, vorher ein wenig zu schauen, worauf man Lust hat, denn Dänemark hat seine Eigenarten.

Bin denn kurz mal weg !

Die Harley-Davidson Fat Boy ist fertig für die Tour nach Dänemark

Die Harley-Davidson Fat Boy ist fertig für die Tour nach Dänemark

Man kann das Land an einem Tag von Pattburg bis nach Skagen durchfahren und hat außer weitläufigen Wiesen nichts gesehen, oder man informiert sich vorher und entdeckt die interessanten Seiten von Dänemark. Die freundlichen Menschen und das Land, welches man das Tor nach Skandinavien nennt.

Der Wind drückt ins Gesicht, weiter geht es in Richtung Nordsee

Ich bin auf der Google Map im Bereich von Ringkøbing und Hvide Sande hängen geblieben. Ich wollte irgendwo direkt ans Wasser und Hvide Sande ist, wie auf der Karte zu sehen, mittendrin. Mein erster Gedanke war ja noch zelten zu wollen, aber dafür eignet sich Dänemark nur bedingt, denn Wildcampen ist hier nicht erlaubt, dazu muss man immer auf einen Campingplatz, oder in einen Campingwald.

Nachdem ich das Campen ausgeschlossen hatte, fing ich an, mich auf die Suche nach einer Hütte zu machen. Das ist ebenfalls eine gute Alternative, die Art von Unterkunft kenne ich aus Norwegen. Es ist etwas rustikaler, man kann es nicht mit einem Hotel vergleichen, aber das wollte ich gar nicht.

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Meine Idee war, ich möchte von der Veranda auf die Fat Boy schauen können, dabei ein kleines Bierchen zischen und mir die Seeluft um die Nase wehen lassen. Soweit, so gut, es ist immer gut zu wissen, was man möchte, nun fehlte mir nur noch die Hütte.

Der Wind drückt immer mehr im Gesicht, umso dichter man an die Nordsee kommt.
Der Wind drückt immer mehr im Gesicht, umso dichter man an die Nordsee kommt.

Die kleine Hafenstadt Hvide Sande landet in meinem Fokus

Auf Booking com habe ich über die Karte, in diesem Gebiet gesucht und bin auf Dancamps Nordsø gestoßen. In der Übersicht sah das schon gut aus, eine Meerenge zeigte sich auf, links die Nordsee und rechts der Ringkøbing Fjord und ich am besten mitten drin, das war so meine Vorstellung.

Auf Nachfrage per Mail, ob ich direkt vor der Hütte mit der Harley parken kann, kam direkt auf Deutsch die Antwort, ja klar, sie haben genau das richtige für mich im Bereich der Dünen. Erst war ich skeptisch, weil das grundsätzliche Angebot eher auf Familien ausgerichtet war. Aber die freundliche Antwort reichte mir und ich bin los, von mir Zuhause hatte ich etwas über 320 Kilometer zu fahren.

Die Fat Boy 114 Modelljahr 2021 ist noch in der Einfahrphase

Die 320 Kilometer sind auf der Fat Boy 114 fast entspannt zu bewältigen. Fast nur, weil der Sattel noch etwas hart ist und sich das nach ca. 200 Kilometer Fahrt bemerkbar macht. Es wird sich sicherlich noch geben, ich bin mit ihr erst 1800 Kilometer gefahren und praktisch noch in der Einfahrphase, wozu natürlich alle Teile an der Fat Boy zählen und nicht nur der Motor. Jedenfalls bin ich am Freitagmittag los, eigentlich viel zu spät, das ist aber egal, besser so, als nie. Vor mir liegt eine Tour von ca 4 Stunden Fahrt und 325 Kilometern.

Geschwindigkeitsvorgaben in Dänemark
Geschwindigkeitsvorgaben in Dänemark

In Dänemark sind typische Harley Geschwindigkeiten vorgeschrieben, auf der Landstraße 80 und auf den Autobahnen 110km/h bis 130 km/h, die Fat Boy geht bis 190 km/h, ich habe es aber nicht eilig. Ab dem Moment, wo ich den Startknopf an der Harley gedrückt habe, ist Wochenende angesagt.

Ich komme gut durch, nur an der Grenze zu Dänemark ist etwas Stau. Das kommt daher, weil hier Sichtkontrollen stattfinden. Der dänische Zollbeamte selektiert bestimmte Fahrzeuge aus, oder eben auch nicht, mich hat er freundlich durchgewunken und mein Vordermann musste raus zur Kontrolle.

Es gibt zur Einreise im Juli 2021 keine besonderen Vorgaben, an den Tankstellen ist noch Maskenpflicht und in den Gaststätten wiederum nicht. Es waren alle sehr entspannt, hier läuft es etwas lockerer, als bei uns.

In Dänemark weht immer eine steife Brise

Kaum über die Grenze spürt man schon den Wind. Dänemark ist nicht sehr dicht bebaut und das ist mit ein Grund dafür, warum man beim Motorradfahren immer eine steife Brise spürt. Bei bestem Wetter bin ich über die Autobahn E46 bis Ustrup gefahren, dort direkt an der Tankstelle, habe ich einen der schlechtesten Hot Dogs überhaupt gegessen, der Typ hinter dem Tresen hatte so gar keine Ahnung von dem gehabt, was er da macht.

Das war schon bitter, dabei können die Dänen gerade Hot Dogs. In den Facebook Kommentaren haben ich dazu direkt ein paar Infos von dänischen Bikern bekommen, wo ich die Besten bekomme und das nicht alle Tankstellen gut darin sind. Später habe ich sie natürlich noch gefunden, die Guten!

Um nicht nur Autobahn zu fahren, bin ich an der Abfahrt Hammelev Sogn runter und auf der 47 weiter in Richtung Ribe, um an Esberg vorbei an mein Ziel, den Strand von Tingodden zu gelangen.

Kaum war ich von der Autobahn runter, veränderte sich schon das Terrain. Dänemark hat schöne Landschaften, wenig Straßenverkehr und wenn sich vor einem das weite Land aufmacht, geht der Blick direkt in den Kopf und löst ein Wohlbefinden aus.

Die dänische Landschaft.

Ein schönes Gefühl, wenn sich vor einem die dänische Landschaft öffnet.

Es gibt nur eine Einschränkung, das Wetter sollte mitspielen, denn was auf dem Foto nicht zu sehen ist, auf der Tourenscheibe ist reichlich Druck vom Gegenwind, der durch die Scheibe entschärft im Gesicht drückt. Allerdings herrschen hier weit über 20 Grad, ich würde es das ideale Biker-Wetter nennen.

Am späten Nachmittag um 17:00 Uhr bin ich durch den Ort Nymindegab gefahren, wenn man da durch ist, sieht man vor sich den Deich. Dieser Bereich ist ein zentraler Ort vom Atlantikwall. Von den deutschen Festungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg gibt es hier auch welche zu besichtigen.

NORDSEE DEICH

Vor mir ist der hohe Deich zu sehen, der vor der Nordsee schützt, wenn sie mal schlecht gelaunt ist.

Ich habe mein Ziel an der Nordseeküste erreicht

Ich bin am Ziel angekommen, zumindest fast, denn wie schon vermutet ist DANCAMPS Nordsø eher auf Familien ausgerichtet. Nach einer freundlichen Begrüßung ist man mit mir eine Station weiter gefahren, zum DANCAMPS Holmsland. Dort sind die Hütten, von denen ich eine gebucht habe.

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Beim einchecken bin ich mit reichlich Informationen versorgt worden, das war dann der Moment, wo ich gemerkt habe, das es sich durchaus lohnen könnte, mehr als 2 Nächte zu verbringen, das war jetzt allerdings nicht der Plan. In dem Kiosk bekommt man die nötigsten Sachen, wie beispielsweise das regionale Bier.

Jedenfalls gibt es neben dem Bier auch andere Dinge im Shop zu kaufen. Am Vormittag bekommt ihr zum Beispiel frische Brötchen im Kiosk. Wer in der Hütte frühstücken möchte, kann sich das Einrichten, aber dazu später mehr.


Das lokale dänische Bier aus Hvide Sande

Ein sehr würziges Bier, von einer kleinen lokalen Brauerei in Hvide Sande. Man kann wohl schon an der Einfüllmenge erkennen, dass hier wahrscheinlich von Hand abgefüllt wird.

Das habe ich selbst erst gar nicht gesehen, darauf hat mich ein Harleysite Follower auf Facebook aufmerksam gemacht. Das Bier schmeckt echt gut und ist sehr würzig.

Die Brauerei kann man ebenfalls besichtigen, einfach mal auf der Webseite Hvide Sande Bryghus schauen.

Das lokale dänische Bier

Die Harley-Davidson Fat Boy 114 parkt schön vor der Hütte

Ich beziehe meine Hütte und parke die Fat Boy schön davor! Das haut schon mal hin, so hatte ich mir das vorgestellt, kurze Wege finde ich immer gut. Ich wohne direkt am Deich, neben mir sind noch ein paar weitere Hütten, also man ist nicht ganz alleine, aber das macht soweit nichts. Ist vielleicht sogar ganz gut, wenn man mit mehreren Kollegen unterwegs ist, dann sollte man die Beiden nächsten Hütten mit buchen.

Die Hütte und was sie alles bietet

Die Veranda ist in Richtung Sonne ausgerichtet, das passt. Die Hütte selbst ist voll ausgestattet, damit habe ich jetzt gar nicht gerechnet. Wer noch nie so übernachtet hat, für den ist es sicherlich interessant, wie eine Hütte ausgestattet sein kann, das ist nicht überall gleich, wer auf bestimmte Dinge wert legt, sollte sich vorher genau informieren.

Es sind zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Küche und ein Bad mit WC und Dusche. Das eine Schlafzimmer hat ein einzelnes Bett und ein Etagenbett, ich sage mal, hier passt ein Erwachsener rein und in dem zweiten Schlafzimmer, ist ein Doppelbett mit zwei Einzelbetten. Im Wohnzimmer ist eine Schlafcouch. Ideal ist die Hütte für zwei Personen, drei gehen auch, aber mit Taschen, Klamotten usw. wäre ich eher bei zwei Personen.

Die Ausstattung der Hütte

Die Küche ist voll ausgestattet, Kaffeemaschine, Töpfe, Gläser, Besteck, Besen, Staubsauger Kühlschrank, Mikrowelle und vieles mehr. Bettwäsche ist vorhanden, aber ohne Bezug, den kann man sich beim Kiosk ausleihen. Die wichtigen Dinge wären, die Hütte hat eine Heizung, ich habe die nicht gebraucht, aber wenn das Wetter umschlägt, ist das schon gut, im Bad ist ebenfalls eine und man hat warmes Wasser. Ich erwähne das nur, weil ich solche Dinge durchaus schon anders erlebt habe. Einen frischen Anstrich könnte sie mal wieder vertragen, das ist wohl so am Meer eine Daueraufgabe.

Es gibt noch weitere Hütten, die kein eigenes Bad haben, das wäre auch zu verkraften, weil die sanitären Anlagen nur ungefähr 30 Meter weiter schon zu finden sind. Es haben also nicht alle den gleichen Standard und am Ende ist eine bei allen eine Endreinigung fällig, das sollte man auf dem Zettel haben.

Der traumhafte Blick vom Deich aus!

So, die Hütte ist bezogen, jetzt noch ein Blick vom Deich auf die Nordsee werfen. Es gibt keine Rolltreppe, die einen den Deich hoch hievt, den muss man selbst besteigen. Der weiche Sand am Hang kostet echt Puste, wenn man nach dieser Anstrengung den Blick auf die Nordsee bekommt und den weitläufigen Strand hinunterschaut, kann man sagen, der Aufstieg hat sich gelohnt.

Der Sonnenuntergang ist ebenfalls ein Traum, für mich hat sich innerhalb weniger Stunden eins ergeben, ich werde jetzt nur schauen, wo hier die Hot Spots sind und dann komme ich mit meinen Kumpels wieder, denn das gefällt mir hier. An der Rezeption hat man mir eine schöne Karte von der Gegend gegeben, dort haben sie mir alles wichtige draufgeschrieben, was ich ich machen muss, hier hin und da hin, ich war doch zuerst etwas überfordert, denn zu dem Zeitpunkt war ich noch gar nicht richtig angekommen.

Eine Übersichtskarte rund um den Ringkøbing Fjord
Eine Übersichtskarte rund um den Ringkøbing Fjord

Eingezogen bin ich, die Fat Boy habe ich von ihrem Gepäck erlöst, auf dem Deich war ich ebenfalls und nun soll es in die Hafenstadt zu Essen gehen. Ein Plan hatte ich in der Tasche, also wieder rauf auf die Fat Boy und los geht es in die Stadt.

Ein gutes Restaurant, die Eisdiele und ein Frühstück Cafè für den nächsten Morgen findet man am Hafen von Hvide Sande

Die Infos von der Dancamp Rezeption, waren genau das, was ich wollte. Ich hatte Lust auf Fisch und Hvide Sande ist eine alte Hafenstadt, wo auch heute noch der Fisch am Hafen direkt vom Schiff verkauft wird.

Rokker Company

Das Restaurant Cafe Marina

Mit Empfehlung bin ich im Cafe Marina am Hafen von Hvide Sande gelandet. Nur musste ich erstmal warten, bis ich überhaupt reinkomme, denn der Laden war voll und man musste draußen anstehen. Das ist mir oft aufgefallen, wenn man in Dänemark im Stau steht, dann immer vor gefragten Lokalitäten.

Ich soll mir das Stjerneskud Gericht bestellen, das ist ein gemischter Fischteller mit Scholle, Dorsch, Krabben usw.. Stjerneskud heißt auf Deutsch Sternschnuppe, die Verbindung zum Namen konnte ich nicht herausfinden, jedenfalls sind Scholle und Dorsch in der Regel grätenfrei, bei den örtlichen Dänen ist genau dieses Gericht sehr beliebt.

Es ging ziemlich fix und man hat mir einen Platz am Oberdeck angeboten, besser ging das gar nicht, voll der Blick auf den Hafen und bei 20 Grad dem Untergang der Sonne zuschauen.

Ihr könnt vor ab auf der Webseite von dem Restaurant “Cafe Marina” einen Blick auf die Karte werfen, die gibt es dort auf Deutsch. Hier können sehr viele in der Gastro unsere Sprache sprechen, ich rede immer Englisch, dann kommt bei mir eher das Gefühl von Urlaub auf.

Der Bäcker Ejvinds mit seiner Eisdiele und dem Frühstücksangebot

Jedenfalls hat alles gepasst, gutes Essen, das nicht so schwer im Magen liegt, das geht auch nicht, denn ich habe vorher noch etwas entdeckt, wo ich im Nachgang noch hinein muss. Ich habe dort echt lange gesessen und erstmal überlegt, wie jetzt der Plan ist. Alls ich im Kopf alles sortiert hatte, bin ich das Nachbargebäude gegangen, das war eine dänische Eisdiele.

Fürchterlich, die hämmern einem ein riesen Eis zusammen, dagegen kann man sich kaum wehren. Ganz schlimm wird es, wenn sie einem diesen Schmand noch um das Eis streichen, diese Creme haben sie hinterm Tresen im Kessel, die wird wohl regelmäßig frisch hergestellt.

Außerdem soll hier das Softeis besonders gut sein, ich bin allerdings mehr für das herkömmliche Eis und eins von dieser Kalorienbombe reicht mir erstmal.

Neben der Eisdiele ist es eine Bäckerei, die machen hier so wie es aussieht, alles selbst. Es gibt ein gutes Frühstücksangebot, draußen sind Tische und nun wird es klar, wo ich am nächsten Tag frühstücken werde, genau hier, wieder mit dem Blick auf den Hafen.

Der Ringkøbing Fjord und die Schleuse

Ich schwinge mich auf die Harley-Davidson Fat Boy und fahre noch ein wenig durch den Ort. In Hvide Sande ist eine Schleuse, die verbindet den Ringkøbing Fjord mit der Nordsee. Der Fjord ist mit 30 km Länge, der größte Küstensee Dänemarks. Er hat sehr viel Süßwasser, dass durch öffnen der Schleusen mit Meerwasser vermischt wird. So konnte das Ökosystem durch die Regulierung vom Wasserstand und dem Meerwasser wiederhergestellt werden.

Das hat ihm in den letzten Jahren geholfen, wegen der vielen Nitrate im Wasser nicht zu kippen. Durch eine intensive Landwirtschaft, gab es eine extreme Blaualgenbildung, mittlerweile ist er ausgeglichen und biologisch wieder im Gleichgewicht. Direkt an der Schleuse hängen sogar diverse Liebesschlösser, das kenne ich eigentlich eher aus Köln.

Das große Herbstheringsangeln an der Schleuse

Die Heringsangler am Ringkøbing Fjord in Hvide Sande

Im Herbst findet das große Heringsherbstangeln an der Schleuse statt. Dann kommt der Hering und möchte im Ringkøbing Fjord überwintern. Er wartet vor den Schleusen in Massen um sie zu passieren, die einen schaffen es, die anderen landen in auf dem Teller.

Die Heringsangler am Ringkøbing Fjord in Hvide Sande

Für die Angler unter uns, ist das sicherlich ein guter Tipp, denn hier soll wirklich die Post abgehen. Selbst im Bereich meiner Unterkunft, sind sie auf Angler mit einem speziellen Raum und Kühleinrichtungen auf diese Zeit vorbereitet.

Die Nehrung Holmsland Klit

Holmsland ist die Nehrung, sie trennt den Fjord von der Nordsee und genau auf dieser Meeresenge ist die Hütte gelegen. Es gibt zu dem Fjord und der Nehrung ein komplexe Geschichte, ein Blick auf Wikipedia lohnt sich.

Die Gegend rund um den Ringkøbing Fjord, ist ein Platz für Naturliebhaber, Surfer, Angler, Strand hungrige und Motorradfahrer zugleich. Man nennt den Bereich gerne das Sylt von Dänemark, vielleicht stimmt das nicht wirklich, aber gerade die Hafenstadt Hvide Sande und Ringkøbing sind nicht nur wegen ihrer guten Gastronomie Angebote zu empfehlen.

Es gibt reichhaltige Möglichkeiten, unabhängig vom Wetter sich die Zeit zu vertreiben. Ein Besuch in der Brauerei, die Whiskey Destillerie, oder man schaut sich die Hinterlassenschaften vom Atlantikwall an, irgendwas geht immer.

Bei Mondschein auf der Veranda

Ich habe den Abend noch beim heimischen Bier auf meiner Veranda verbracht, nur der Wind rauschte an der Hütte vorbei und der Mond war zu sehen. Ich habe an diesem Tag viel erlebt und die Planung für den nächsten Tag steht auch schon.

Auf der Harley um den Fjord

Den nächsten Tag habe ich entspannt angehen lassen, nach dem Frühstück bin ich mit der Fat Boy in den Hafen gefahren, um ein paar schöne Aufnahmen von ihr zu machen. Nicht alle Fischerbote sind auf die See gefahren, hier kann man entspannt fotografieren.

Mehr Hygge geht wohl nicht!

Danach stand der Ringkøbing Fjord auf dem Programm, man kann schön um ihn herumfahren. In Ringkøbing ist eine Shell Tankstelle mit Kiosk, außerdem scheint die Stadt recht schön zu sein, aber ich wollte heute etwas mehr Harley fahren, denn so wirklich viel Zeit habe ich nicht, um mir wirklich alles anzusehen, dafür reichen die zwei Nächte nicht.

Kurz hinter Ringkøbing habe ich den nächsten Fotospot gefunden, eigentlich findet man hier überall was zum fotografieren. Es nicht nur eine ideale Gegend zum Motorradfahren, Surfen, oder Angeln, auch Fotografen werden hier jede Menge Spots finden.

Die Whiskey Destillerie in Stauning

FÜHRUNGSPLAN FÜR DEN SOMMER
FÜHRUNGSPLAN FÜR DEN SOMMER

Mein nächstes Ziel ist der Ort Stauning, dort kann man die Whiskey Destillerie besichtigen.

Es gibt geführte Touren, die in kleinen Gruppen durch die Destillerie geführt werden. Die Stauning Destillerie verwendet ausschließlich lokale dänische Gerste und Roggen für ihren Whiskey. Hier werden seit 2005 ca. 20.000 Liter Whiskey jährlich in dem westjütländischen Dorf produziert.

Wer auf die Idee gekommen ist, hier die Whiskyherstellung ins Leben zu rufen, ist schon etwas ungewöhnlich, das erfahrt ihr bei einer Führung, die hier deutschsprachig jeden Werktag stattfindet.

Externer Weblink zur Brauerei

Trotz starkem Seitenwind bleibt die Fat Boy gut in der Spur

Nach dem Dorf Stauning kommt wieder eine schöne Strecke zum Motorradfahren, weite offene Flächen, über die der Wind ganz schön kommt. Bei über 20 Grad ist das ein schönes Feeling. Ich bin überrascht, das die Fat Boy den Seitenwind ganz gut meistert, mit den Scheibenrädern bietet sie eigentlich reichlich Angriffsfläche.

Das einzige, was die Fat Boy aus der Spur bringen kann, sind die Spurinnen auf den deutschen Autobahnen, die mag sie gar nicht, das liegt natürlich an ihrer breiten Bereifung. Vorne hat sie einen 160mm Reifen verbaut und hinten serienmäßig einen 240mm fetten Breitreifen, in Kombination mit dem langen Radstand, passt das weniger in schnellen Kurvenfahrten, ist aber ideal um auf dänischen Straßen zu cruisen.

Weitläufige Flächen, trotz starkem Seitenwind, bleibt die Fat Boy gut in der Spur.

Der nächste Ort ist Nymindegab

Nymindegab ist ein ehemaliges Fischerdorf, wo diese auffällige Mühle am Nymindegab-Museum steht. Um diese Mühle herum, ist ein Museum, das die Geschichte von dem Fischerdorf erzählt. Von Malern, Gräbern aus der Bronzezeit, der Zimmermannsfamilie, denen diese Mühle gehörte, die ihnen als Antrieb für die Maschinen diente, oder dem 12m langen Pottwal Skelett, der hier 1990 angeschwemmt wurde. Bis auf Wikingergeschichten, gibt es in dem kleinen Museum viel zu sehen.

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Nymindegab ist ein zentraler Ort vom Atlantikwall gewesen, laut Wikipedia waren von den rund 7000 Bunkeranlagen bei Nymindegab 243 größere und 518 kleinere Betonanlagen installiert.

Das Nymindegab-Museum

In der Ausstellung ist ein Skelett von einem 1990 am Strand von Nymindegab gestrandeten 12 Meter langen Pottwal ausgestellt

Das Nymindegab Museum zeigt die Geschichte der Fischerei auf. Das ist kein Wikinger Museum.

Nymindegab ist das Tor zur Holmsland Nehrung

Jetzt taucht vor mir wieder der große Deich auf und zur rechten Hand sehe ich wieder den Fjord. Ich bin mehr als begeistert von dieser Gegend und habe keine Ahnung, warum ich hier noch nie gewesen bin. Ich bin schon so oft in Dänemark gewesen, aber was ich hier für mich alles entdeckt habe, war schon eine Überraschung. Die Tour um den Ringkøbing Fjord herum, sind gerade mal 120 Kilometer, damit habe ich fast den ganzen Nachmittag verbracht. Am Ende bin ich wieder in Hvide Sande gelandet und habe endlich ein paar anständige Hot Dogs gefunden.

Ein Hot Dogs auf traditionelle dänische Art 

Endlich habe eine richtige dänische Hot Dog Bude gefunden, in Steff’s Place, der Imbiss ist in der Nähe der Schleuse. Hier bekommt man natürlich alles mögliche, was man zu einem anständigen Grill gehört.

Ein sehr sauberer Grill, das Pommes Fett ist noch durchsichtig, der Laden macht einen guten Eindruck. Hier bekomme ich meinen Hot Dog serviert, der Hot Dog auf traditionelle dänische Art, mit dieser typisch roten Wurst. Den Laden kann man empfehlen, ihr findet ihn auf meiner angelegten Google Map. 

Endlich habe eine richtige dänische Hot Dog Bude gefunden

Mein eigentliches Vorhaben war folgendes!

Ich wollte eigentlich nur kurz mal raus, ein bisschen Harley fahren und an der Nordsee entspannen. Diese entspannte Atmosphäre strebte ich an, um weiter an Songtexten für das Brüder4Brother Projekt zu arbeiten, das wäre natürlich besonders cool, einen, oder mehrere gemeinsam mit meinem Kumpel Alex geschriebene Songtexte unterzubringen. Das Projekt mit FreiWild und OCC soll 2022 weitergehen. Gemeinsam mit meinem Freund Alex, aus den USA, arbeite ich an unserem Beitrag zum neuen Brotherhood Album, das hoffentlich wieder so einschlägt, wie das Erste. Dafür eignet sich diese Kulisse auf der Veranda besonders gut, um in das Thema abzutauchen.

Hauptsächlich ging es darum, die Toureneigenschaften der Fat Boy zu testen.

Das eigentliche Hauptthema war natürlich mehr über die Tourentauglichkeit der Fat Boy herauszufinden und ob es spürbare Änderung beim neu abgestimmten Euro 5 Milwaukee-Eight 114er Motor zu vermelden gibt. Ich habe auf der Autobahn bei zügiger Fahrt trotz Scheibe nur 5 Liter auf hundert Kilometer verbraucht, das reicht für eine Reichweite von weit über 300 Kilometern.

Ich denke mal, das ist bekannt, bevor ich einen Fahrbericht über ein Harley-Davidson Motorrad schreibe, fahre ich es in der Regel einige tausend Kilometer und probiere alles Mögliche aus.

Nach 200 Kilometern merkt man den Allerwertesten

Und wir sind uns sicherlich einig, das die Fat Boy 114 kein Tourer ist, sie ist der fette Cruiser in der Softail-Klasse. Trotzdem interessierte es mich, denn ich bin nun mal ein Tourenfahrer. Ausgestattet mit der abnehmbaren Scheibe, der abnehmbaren Sissybar und den abnehmbaren City-Bags war das fast schon ein rundes Paket. Trittbretter sind serienmäßig vorhanden, nur die Sitzbank gab erst nach 2500 Kilometer Fahrleistung etwas nach.

Nach 200 gefahren Kilometern, habe ich den Allerwertesten gespürt, das passiert mir bei den großen Tourern nicht. Hier könnte die Sundowner, oder Hammock Sitzbank noch abhelfen. Einen Tempomat hat sie nicht, die Navigation kann man mobil nachrüsten, oder eben ein Handy installieren, das über den USB Anschluss der Fat Boy geladen werden kann.

Harley-Davidson Fat Boy 2021 Sissybar

Vorsicht beim Anbau eines modernen Handys

Beim verwenden von einem Mobiltelefon sollte man aufpassen, denn moderne Geräte, wie beispielsweise das iPhone 11 Pro, haben einen optischen Bildstabilisator verbaut, der kann die über den Lenker übertragenen Vibrationen nicht vertragen. Seit dem funktioniert meine Kamera vom Handy nicht mehr einwandfrei.

DreamMachines Magazin 2021

Die City-Bags sind eine Hassliebe von mir geworden, so richtig super fand ich sie nur optisch, nicht aber in der Verwendung, bin aber immer froh darüber gewesen, das sie dran waren. Die Kombination von Gepäckträger und Sissybar, ist ideal zum verzurren meiner beiden Rollen. Ich bin trotz der beiden Rollen, noch an die Seitentaschen rangekommen.

Harley-Davidson Fat Boy 2021 Sissybar

Für diejenigen, die einen Cruiser fahren wollen und nur ein, oder zweimal im Jahr vielleicht eine Tour fahren, ist die Fat Boy perfekt. Sie macht schon was her, gerade in Dänemark, wo das Motorradfahren generell ein sehr teures Hobby ist, hat sie oft die Blicke auf sich gezogen. Mehr zur Fat Boy könnt ihr später im Fahrbericht auf der Harleysite lesen.

Am Sonntag geht es wieder nach Hause!

Das war jetzt viel zu kurz, hier werde ich mit meinen Kumpels noch mal herfahren, das ist jetzt schon klar.

Ich bin noch an der Westküste entlang zum Vejers Autostrand gefahren, das bietet sich ebenfalls als Tagestour an und hat einen Hauch von Daytona Beach in Florida, dort bin ich auch schon mal auf der Harley am Strand fahren will.

Die Gegend rund um Vejers ist ein militärisches Übungsgebiet, das kann durchaus passieren, das hier auch mal ein Transportflieger am Strand landet, wenn sie am üben sind. Es ist also kein kleiner Strand, hier geht schon was!

Harley Davidson Fat Boy 114 Harleysite

In der Regel stehen hier eher Camper, oder Surfer mit ihren Fahrzeugen rum. Und ich mit der Fat Boy, das kann man mal machen, muss man aber nicht, die Salz Luft ist keine Wohltat für die Harley. Es gibt etwas weiter südlich einen ähnlichen Autostrand in Rømø, nur ist dort gefühlt mehr los.

Mit der Harley am Vejers Autostrand

Harley-Davidson Fat Boy 2021 am Vejers Autostrand in Dänemark. Ohne Platte wird man ein Problem beim abstellen bekommen, sowas hat man natürlich für alle Fälle im Gepäck.

Von Vejers geht es jetzt wieder nach Hause in Richtung Schleswig-Holstein

Das war es jetzt aber auch, ich bin vom Vejers Autostrand auf direktem Weg nach Hause gefahren, das waren wieder etwas über 300 Kilometer. Auch wenn die Fat Boy kein typischer Tourer ist, so hat sie das alles hervorragend gemeistert und was das Wichtigste dabei war, es hat unheimlich viel Spaß gemacht und nach diesem schönen Wochenende war der Kopf wieder frei.

Manchmal benötigt es nicht die ganz große Planung, um etwas schönes zu erleben, einfach mal für ein verlängertes Wochenende ins Nachbarland fahren. Bei mir war es jetzt Dänemark, wenn du Lust hast, nimm es zum Anlass, es ähnlich zu machen. Es findet sich immer etwas, die Hauptsache ist, das man einfach mal losfährt, egal ob es nach Dänemark, Frankreich oder Polen geht, bloß mal raus aus dem Alltagsstress und einen auf Hygge machen.

Info zum Danscamp Holmesland

Noch eine Info zu dem Danscamp Holmesland, wer mit Kind und Kegel auf Tour ist, neben den Hütten gibt es die Möglichkeit, in den Dünen ein Zelt aufzuschlagen, nur mal so als Hinweis. Man sieht ja immer, was unter normalen Umständen zur European Bike Week auf den Straßen unterwegs ist, teilweise lebt ja die ganze Familie dieses Hobby, oder ist es schon mehr als nur ein Hobby 🙂

Jetzt kann ich die Dänen verstehen, ab und zu ein wenig Hygge machen nicht vergessen, dass ist gut für die Seele!

Ich hoffe du kannst mit diesem Beitrag etwas anfangen, nehme ihn zum Anlass, um etwas mehr Hygge Zeit auf der Harley zu verbringen! Zeit ist kostbar, es lohnt sich, ab und zu mal einen Blick auf den Meterbereich vom Zollstock werfen. Jedes Jahr ist ein Zentimeter, am Ende wird es knapp mit der Zeit.

Ride Safe

HarleysiteVolker Wolf


Die Harleysite Hvide Sande Map

Auf dieser Map findet ihr alle für mich sehenswerten Orte, eine kleine hilfreiche Übersicht, die du für dich selbst natürlich erweitern kannst.


Eine Unterkunft im Bereich von Hvide Sande buchen

Wenn du direkt beim Danscamp Holmesland buchen möchtest und Harley Biker bist, der dazu noch Fan der Harleysite ist, kann mit dem Stichwort “Harleysite” dort 10% bei seiner Buchung sparen. Wenn ihr per e-Mail anfragt, oder anruft, bezieht euch auf Camilla.

E -mail : info@dancamps.dk
Website : www.dancamps.dk Tel.: +45 97 31 13 09

Wer Booking com Genius Member ist, oder dafür sammeln möchte, wird sicherlich über Booking com buchen wollen:

Unterkunft via Booking com im Danscamp Holmesland buchen


Weitere Unterkünfte auf der Nehrung Hvide Sande

Es gibt natürlich auch Hotels und andere Unterkünfte, für manch einen sind Hütten zu rustikal, jeder so, wie er es mag!

Booking.com

Text und Bildnachweise: Copyright Harleysite / Volker Wolf


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Hallo Volker, das is ein toller Bericht!Kenne die Ecke auch bin aber noch
nie auf die Idee gekommen das mal mit der Harley statt mit der Familie abzuklappern! Kommt auf die To-Do Liste!
Schönes Schlusswort übrigens! Gruss aus NRW Christian