Harley-Davidson Verhandelt Den Verkauf Seiner Finanzierungssparte
Harley-Davidson prüft Verkauf von Teilen seiner Finanzsparte

Harley-Davidson prüft Verkauf von Teilen seiner Finanzsparte

Harley-Davidson steht offenbar kurz vor einer weitreichenden Entscheidung. Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg führt das Unternehmen Gespräche über den Verkauf einer Beteiligung an seiner hauseigenen Finanzierungseinheit Harley-Davidson Financial Services (HDFS). Die Rede ist von einem Transaktionsvolumen von rund 5 Milliarden US-Dollar.

Gespräche mit PIMCO und KKR laufen

Im Zentrum der Verhandlungen stehen laut Bloomberg zwei große Namen aus der Finanzwelt – die Investmentfirma KKR & Co. sowie der Vermögensverwalter PIMCO. Ziel ist es, einen Teil der HDFS sowie ein umfangreiches Motorrad-Kreditportfolio zu veräußern. Die Gespräche befinden sich demnach bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, eine Einigung ist jedoch noch nicht sicher.

Die Beteiligung könnte nicht nur Kapital freisetzen, sondern Harley-Davidson auch strategische Spielräume eröffnen – zum Beispiel bei Investitionen in neue Geschäftsbereiche oder zur weiteren Restrukturierung des Konzerns.

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Hintergrund und mögliche Auswirkungen

HDFS ist ein zentraler Bestandteil des Harley-Davidson Geschäftsmodells. Viele Bikes werden über die eigene Finanzierungseinheit geleast oder finanziert. Ein teilweiser Verkauf würde bedeuten, dass man sich hier zumindest von einem Teil der Kontrolle trennt – vermutlich, um Risiken auszulagern und gleichzeitig kurzfristig Kapital zu generieren.

Schon im Frühjahr hatte Bloomberg berichtet, dass ein solcher Schritt geprüft werde. Damals war noch von einer Bewertung in Höhe von rund 1 Milliarde US-Dollar die Rede. Das nun diskutierte Volumen zeigt, dass deutlich größere Pakete im Spiel sind. Klar ist auch, der Verkauf könnte Signalwirkung für den Kurs der Company in den kommenden Jahren haben.

Börsenkurs reagiert auf die Meldung

An der New Yorker Börse fiel der Kurs der Harley-Davidson-Aktie (NYSE: HOG) zum Wochenstart um über 4 Prozent. Anleger zeigen sich offenbar vorsichtig – was angesichts der Größe des möglichen Deals wenig überrascht. Auch Fragen zur zukünftigen Stabilität der HDFS und zur Margenentwicklung dürften eine Rolle spielen.

Wolf’s Kommentar

Wenn man eine der stärksten Sparten verkauft, stellt sich nicht nur die Frage, wie viel Geld damit kurzfristig in die Kasse kommt. Die eigentliche Frage ist doch, was bleibt langfristig übrig – und was verliert man dabei?

HDFS war für Harley-Davidson über Jahre eine Art interner Motor. Da kam regelmäßig Umsatz rein, relativ stabil und gut kalkulierbar. Wer heute ein Bike finanziert, tut das nicht selten direkt über Harley-Davidson – das schafft Kundenbindung und Margen, auf die andere Hersteller neidisch sind.

Jetzt also der mögliche Verkauf. Klar, 5 Milliarden klingen erst mal nach einem großen Wurf. Aber wie viel davon bleibt nach Steuern, Transaktionskosten und Schuldenabbau übrig? Und vor allem – was macht man dann mit dem Geld? Investiert man es wirklich in die Zukunft? Oder wird es am Ende nur dafür genutzt, um Bilanzkennzahlen zu polieren?

Für mich ist das Risiko, dass man sich mit diesem Deal eine wichtige Säule rausnimmt. Es klingt ein bisschen nach „Haus verkaufen, um das Auto zu tanken“. Vielleicht ist es ein guter Deal auf dem Papier. Aber Harley hat nicht nur eine Zahlen-, sondern auch eine Vertrauensfrage zu beantworten.

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Der Deal kommt nicht ohne Fragen

Der Zeitpunkt wirkt auffällig. Jochen Zeitz wird das Unternehmen noch in diesem Jahr verlassen. Und genau jetzt steht ein milliardenschwerer Deal rund um das Finanzgeschäft von Harley-Davidson im Raum. Für ihn persönlich wäre das ein sauberer Abschluss.

Dazu kommt noch etwas. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Zeitz durch Bonusregelungen oder Aktienpakete direkt davon profitiert. Viele CEO-Verträge sind an bestimmte Ziele gekoppelt. Wenn der Verkauf zustande kommt und der Aktienkurs positiv darauf reagiert, wird es für ihn auch finanziell interessant. RSUs – also gesperrte Aktienpakete – könnten dadurch im Wert steigen. Und Bonuszahlungen sind oft an genau solche Abschlüsse gebunden, selbst wenn sie erst nach dem offiziellen Abschied ausgezahlt werden.

Man muss sich also fragen, ob dieser Deal, wenn er denn durchgezogen wird, wirklich im Interesse des Unternehmens stattfindet. Oder ob er vor allem dem Abgang eines CEOs einen goldenen Rahmen verpasst.


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