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#6 Norwegen Sightseeing Express | Ein neuer Morgen und ein neuer Plan!

10 Nov 2018
#6 Norwegen Sightseeing Express | Ein neuer Morgen und ein neuer Plan!

#6 Norwegen Sightseeing Express | Ein neuer Morgen und ein neuer Plan!

Da war er nun, der neue Morgen und wir hatten was zu klären, aber das natürlich nicht, bevor wir anständig gefrühstückt haben. Der Besitzer von dem Campingplatz ist ein etwas älterer Herr, der für uns frische Brötchen und einen sehr guten Kaffee parat hatte. Wir fühlten uns wirklich gut aufgehoben und bestens versorgt.
Aber nun war es soweit, wir wollten los, nur wohin?

Wir waren uns nicht ganz einig, aber wir sind Männer und Männer treffen Entscheidungen! Wir haben uns darauf geeinigt, das jeder seinen Törn macht und wir uns auf höhe Tromsö wiedertreffen. Wer jetzt mal auf die Map schaut, wird erkennen, dass das Timing für ein Wiedertreffen wirklich eine Aufgabe ist. Von nun ab waren wir nur noch via WhatsApp verbunden um uns mit unseren jeweiligen Standorten auf dem laufenden zu halten.

Trollstigen Schild Norwegen 6855Die Trollstigen sind das erste Ziel auf der EtappeFür mich hieß das aber erstmal 300 Kilometer wieder zurück, das erste Ziel ist der Geiranger Fjord, danach folgen die Trollstigen und das Etappenziel ist die Atlantic Road, bis dorthin werden das 600 Kilometer sein, die nicht in unter 12 Stunden zu schaffen sind. Mein aktueller Kilometerstand auf der Road Glide Ultra zeigt mir 9245km an, mal schauen, was das am Ende gibt. Der Plan war über Oppdal auf die E136 und weiter in Richtung Ottaldalen auf die 15 zu fahren, dann irgendwann auf die 63 abzubiegen um eine traumhafte Strecke zum Geiranger Fjord zu genießen. So würde ich einen schönen Blick auf den Fjord bekommen und könnte von oben nach unten runterfahren um dann direkt weiter zu den Trollstigen durchzuziehen.

E136 hört sich sportlich an, aber hier ist gar nichts sportlich, der Spaß fing damit an, das es einen Wetterumschwung gab, es wurde saukalt und außerdem fing es heftig an zu regnen. Und die Wetter APP sagte voraus, das bleibt so. Es überkamen mich erste Zweifel, ob das die Sache jetzt wert ist, aber ja, sie es! Manchmal ist es nur eine reine Kopfsache und das musste jetzt sein, die drei Orte stehen alle auf meiner Bucket List. Bisher sind wir auf unserer Norwegen Tour 2300 Kilometer gefahren. Nach den heutigen ersten 210 Kilometern im Regen erstmal tanken und Kaffee. Ich musste 9,8 Liter nachtanken, der Tank von der Road Glide war noch fast halb voll, so lässt es sich entspannt Touren.

Das Tanken kann in Norwegen eine Herausforderung sein, es gibt Gegenden dort sind nicht viele Tankstellen zu sehen, in anderen Bereichen kommt eine nach der anderen. In Otta bin ich von der E6 rechts auf die 15 abgebogen, die schöne Strecke kannte ich ja schon, doch plötzlich war Schluss mit dem fahren. Stau vor dem TunnelZwei Stunden im Stau warten war angesagt.Vor einem Tunnel war eine Vollsperrung, wo es sich staute.An der Tunnelausfahrt, die ich jetzt noch nicht sehen konnte, gab es einen Unfall mit einer Gruppe an Bikern, die bei dem Regen offensichtlich Probleme beim Bremsvorgang hatten, jedenfalls ist einer mit seinem Bike volles Rohr auf ein Auto gefahren. Für mich hieß das 2 Stunden vor dem fucking Tunnel im Regen stehen, das war wirklich Mist, was mit dem Biker passiert ist, war nicht klar, ich habe nur seinen Bock auf dem Abschlepper gesehen, ich hoffe, das er das gut überstanden hat. Mein Problem war eher, das ich die Harley laufen lassen musste, weil ich sonst erfroren wäre. Auf dem Weg zum Geiranger Fjord in Norwegen 6849Auf dem Weg zum Geiranger Fjord in Norwegen zeigte das die Anzeige der Road Glide Ultra 5,5 Grad an.Die Kälte hat keinen Spaß gemacht und das sollte sich auch nicht ändern. Endlich ging es weiter und ich bin von der 15 auf die 63 abgebogen. Mittlerweile bin ich bei 5,5 Grad angekommen und es sollte noch weiter bergauf gehen.

Die Straßen in Norwegen sind gut, der Belag ist etwas rauer als bei uns, dafür hat man auf auf nasser Straße recht guten Grip. Die 63 ist jetzt der direkte Weg zum Geiranger Fjord. Das ist eine ganz tolle Strecke, entlang an kleinen Seen und den Bergen links und rechts. Die Sache hatte bloß einen Haken, die Strecke war ziemlich lang gezogen und ich bin immer höher gekommen, das viel mir allerdings nur auf, weil es immer kälter wurde und an den Hängen wieder Schnee zu sehen war. Die Muffs von Oxford begleiten mich schon seit 30 Jahren nach NorwegenWenn man sie nicht braucht, nerven die Muffs, aber bei richtigem Mistwetter helfen sie besser als Heizgriffe.Das war der Moment, wo sich meine Muffs von Oxford bewährt haben, die habe ich bestimmt schon 30 Jahre und immer auf meinen Norwegen Touren dabei, sie bieten auch guten Schutz vor Dauerregen. Nasse Handschuhe und kalte Finger kann man wirklich nicht gebrauchen. Wenn man Handschuhe öfter mal an und wieder auszieht, kommt unweigerlich Feuchtigkeit in die Handschuhe, bei Kälte wird das zum K.O. Kritierium, je weniger nass die Handschuhe sind, um so besser. Nun war es schon früher Abend, das bekommt man hier nicht so richtig mit, es wird im Frühsommer nicht wirklich dunkel, das sollte für mich noch ein großer Vorteil sein.

Das erste Etappenziel ist der Geiranger Fjord

Geiranger Fjord in NorwegenDer Geiranger Fjord gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.Um 20:00 Uhr war ich endlich an meinem ersten Etappenziel dem Geiranger Fjord angekommen. Ein paar Busse standen dort rum, aber sonst war ich ziemlich alleine auf der Straße, wir haben Anfang Juli, ich hätte mir jetzt mehr Aktion erwartet. Aber egal, ich kann jetzt meinen ersten Haken machen. Geiranger Fjord: Erledigt!

Hier ist wohl nur Trubel, wenn die Reisebusse ankommen oder die Kreuzfahrschiffe im Fjord anlegen. Jetzt war nur eine Fähre im Hafen, mit der ich aber nicht fahren wollte, denn es kommt nach dem Ort Geiranger eine Straße, die am Fjord entlangführt und in die Ørnesvingen-eagle Road übergeht. Die Ørnesvingen eagle Road Die Ørnesvingen-eagle Road führt mich in Richtung TrollstigenDas ist wieder so eine Zick-Zack Straße, die nach oben führt, das war klasse, aber auch wieder kalt, egal, das nächste Ziel wartet. Zu den Trollstigen sind es von Geiranger aus noch ca. 70 Kilometer, das ist zu schaffen. In Eisdal geht es mit der Fähre nach Linge, die Fährt jede Stunde. Die Faehre EisdalDie Fähre von Eisdal nach LingeDie Überfahrt dauert nur ca. 15 Minuten und auf den Fähren gibt es oft guten Kaffee. Hier geht das noch mit Selbstbedienung, einfach das Geld in einen Becher schmeißen und gut ist das. Was soll ich sagen, die Strecke zu den Trollstigen ist echt scharf, sie heißt nicht umsonst Adler-Straße. Die Aufregung steigt. eine gute Stunde habe ich gebraucht und da war ich nun, oberhalb der Trollstigen. Das habe ich jetzt aber nur durch ein Schild und meiner Navigation erfahren, denn plötzlich steckte ich voll im Nebel. Zeitweise zog sich das mal frei, aber die gute Aussicht konnte ich mir abschminken.Norwegen Natur Pur 6820Die Landschaft in Norwegen könnte das Vorbild der Modelleisenbahn Landschaften sein.

Das zweite Etappenziel die Trollstigen

Regen, Nebel, Kälte, das war schon eine Herausforderung. Oberhalb der Trollstigen ist man um die 850 Meter hoch und wer ins Tal blicken möchte, sollte schwindelfrei sein. Die Trollstigen haben ja eine Geschichte, über den ursprünglichen Saumpfad sollen früher immer die Trolle gegangen sein, übersetzt aus der Trollleiter kommt der Name Trollstigen. Die Bergstraße führt über 11 Haarnadelkurven bei einem Gefälle von 12% ins Tal. Die Straße wurde 2005 verbreitert, darüber war ich doch ganz froh. Ich kann nur jeden empfehlen, nicht vor 20:00 hier aufzutauchen, bei mir war das ca 21:00 Uhr und ich war ziemlich alleine an dem zur Norwegischen Landschaftsroute gehörenden Bergpass. Die Trollstigen in NorwegenDie Trollstigen sind eine Passstraße mit 11 Haarnadelkurven in NorwegenAm Tag fahren hier die Camper und Busse hoch, das macht keinen Spaß. Und nun ging es bergab, bei den Wetter und Straßenverhältnissen war das aufregend, das war genau das Abenteuer, was man immer sucht. Nichts sehen können und immer schön die Nadelkurven runterfahren. Irgendwann bin ich unten angekommen, jetzt war eine kurze Pause angesagt, den Moment genießen, immerhin konnte ich einen zweiten Haken machen. Trollstigen: Erledigt!

Ok, es ist kurz nach 21:00 Uhr und es geht weiter, es sind auf der nächsten Etappe nur ca. 120 Kilometer zur Atlantik Straße, aber die fahre ich nicht einfach gerade aus. Ich muss zwei Fähren erwischen, es geht abenteuerlich Bergauf und auch wieder runter. Aber schön ist es trotzdem, noch bin ich auch gut drauf, erholt wird sich erst auf der Fähre, dort gibt es Kaffee und die typische rote Wurst mit Schinken, manchmal hat sie sich schon etwas totgedreht auf dem Grill, aber das kann ja nicht das Problem sein, wenn man Hunger hat, passt das schon. Die Berge verschwinden langsam und man riecht schon das Meer, ich habe keine Ahnung warum, aber diese Brücken im Atlantik faszinieren mich einfach, hier will ich mit dem Bike schon seit über 25 Jahren mal hingefahren sein. Man verschiebt das immer und das ist der größte Fehler, den man machen kann.

Die Atlantic Road ist erreicht, mitten in der Nacht, aber es ist trotzdem hell

 Ich bin die 64 weitergefahren und irgendwann war stop, es ging nur nach links oder rechts. 

Die Atlantic Road in Norwegen 7197Hier geht es zur Atlantic Road in NorwegenVor mir war ein Straßenschild, das nach rechts zeigte und auf dem Stand auf norwegisch "Atlanterhavs-vegen", das bedeutet Atlantic Road, ich war angekommen. Es war Mitternacht, endlich tauchten die geschwungenen Brücken vor mir auf, das war so ein richtig schöner Moment, der mir Adrenalin durch die Adern gejagt hat. Und es war noch hell, das ist wirklich das Schärfste überhaupt.Die Atlantic Road in Norwegen 7203Die Atlantik Road ist das Ziel meiner Etappe

Ich habe das Inselhopping über die geschwungenen Brücken ganze dreimal gemacht, Es war einfach traumhaft.

Atlantic Road: Erledigt! Und nun? Ich habe mich zwei Stunden hier ausgetobt, ich brauche einen Plan wie es jetzt weiter geht, ich bin die Brücken jetzt oft genug abgefahren! Jetzt heißt es zurück! Hermann und Ernst einholen, die sind gerade auf den Lofoten angekommen und übernachten dort irgendwo. Auf den Fotos war nur Regen zu sehen, sie waren vom Wetter ziemlich genervt, warum sollte ihnen das auch besser ergehen als mir. Die Atlantic Road in NorwegenDie Atlantic Road ist ein sehr außergewöhnlicher Spot in NorwegenJetzt musste ich sehen, das ich von den Inseln wieder runterkomme und nach Tromsö fahre. Mein Navi sagt mir 20 Stunden und 1400 Kilometer an. Immer noch fit, ging es los, das Gute war, das die Fähren hier in kurzen Abständen verkehren, ich bin von den Inseln zurück auf der E70 in Richtung Norden gefahren.

Es geht wieder weiter in Richtung Norden

Nach 350 Kilometern und weiteren 5 Stunden wurde ich dann doch müde und wollte in Steinkjer in ein Hotel einchecken. Schlau wie man ist, schaut man erstmal bei Booking com rein, ich habe auch direkt ein Hotel gefunden und anstatt online das günstige Super Sonderangebot für ein Einzelzimmer zu buchen, bin ich Hornochse einfach in das Hotel rein gegangen und wollte das Zimmer an der Rezeption buchen, doch leider hatte sie angeblich kein Einzelzimmer frei und wollte 60 Euro mehr für ein Doppelzimmer haben. Etwas irritiert bin ich wieder raus und wollte noch mal auf Booking com nachschauen, in der Zeit hat sie das Zimmer gelöscht. Jetzt war ich wirklich genervt und habe online direkt das nächste Angebot in einem anderen Hotel gebucht. Das sollte mir nicht nochmal passieren, ich war Müde und hatte keinen Bock mehr große Diskussionen. Ich gebe die Adresse von dem gebuchten Hotel in meiner Navigation ein und was sehe ich als Ankunfsinformation, ihr Ziel ist 70 Kilometer entfernt. Nun war ich geschockt, noch 70 Kilometer drauflegen, wo ich gefühlt schon im Hotelzimmerbett lag. Sowas passiert mir eigentlich nicht, alles wieder stornieren ist auch nervig, etwas Glück habe ich aber doch gehabt, die 70 Kilometer gingen in Richtung Norden, mich packte wieder der Ehrgeiz, meine beiden Kumpels in Tromso nicht zu verpassen, die Meter werden jetzt noch gemacht.

Zwischenstopp in der kleinen Hafenstadt Mo i Rana, nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises

Hotelzimmer in Mo i RanaDas Wasser lief mir in den Nacken, die Schuhe haben auch versagt und trotzdem noch alles abpacken, trocknen und alle Akkus neben den eigenen aufladen.Ok, weiter geht´s, das nächste Ziel war eine kleine Hafenstadt namens Mo i Rana, das waren dann von der Atlantik Road ca. 700 Kilometer, um 9:30 Uhr bin ich hier angekommen. Die kleine Hafenstadt liegt kurz unterhalb vom Äquator am Ende des Ranfjords. Mein Kilometerzähler ist jetzt bei 10558km, das sind dann 1313km Sightseeing in 25 Stunden gewesen.

Um 8:30 Uhr ging das den Morgen davor in Sor-Trondelag los, ich muss feststellen, das man sowas wohl auch nur auf einer Road Glide Ultra so durchziehen kann, mein allerwertester hat sich noch nicht bemerkbar gemacht, das Grundfeeling ist noch ganz gut, nur die Klamotten sind nass, mir ist das Wasser über den Nacken reingelaufen und meine angeblich wasserdichten Stiefel haben versagt. Die Stiefel sind eine Story für sich, denn ich sollte nicht der einzige mit diesem Problem gewesen sein. Jetzt noch alle Sachen von der Maschine holen und rein ins Hotel. Alles aufhängen, sämtliche Akkus wieder aufladen, kurz Duschen und tschüss für heute.

Unterkunft in Mo i Rana: Fjordgaarden Mo

 

Vielen Dank für die freundliche Unterstützung unserer Tour Partner, Visit NorwayColor LineThe Rokker Company und der Tallink Silja Line

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