MIBO GmbH nach Kesstech-Übernahme selbst insolvent
Nur fünf Wochen nach der Übernahme der Kesstech-Vermögenswerte ist die MIBO GmbH selbst in die Insolvenz gerutscht. Das Amtsgericht Bamberg hat am 5. Februar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Eine überraschende Entwicklung, die Fragen aufwirft und zum Krimi für KessTech wird.
Chronologie einer schnellen Insolvenz
Am 1. Januar 2026 übernahm die MIBO GmbH per Asset Deal die Vermögenswerte der insolventen MEC GmbH, der Muttergesellschaft von Kesstech. In der offiziellen Mitteilung war noch von einer „explorativen Phase“ und „sorgfältiger Prüfung der Möglichkeiten einer Restrukturierung“ die Rede. Nur 36 Tage später folgt nun die vorläufige Insolvenz der MIBO GmbH selbst.
Die Fakten aus der Insolvenzbekanntmachung
Das Amtsgericht Bamberg hat unter dem Aktenzeichen IN 28/26 folgende Anordnung veröffentlicht:
- Schuldnerin ist die MIBO GmbH mit Sitz in Theres (Sailershäuserstraße 1, 97531 Theres)
- Registergericht Amtsgericht Bamberg, HRB 12373
- Geschäftsführer sind Erik Charles Maria Peeters und Andreas Gerardus Quirinus Stroeken
- Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Matthias Reinel aus Würzburg bestellt
Jekill & Hyde Management führte MIBO GmbH
Die Geschäftsführer der insolventen MIBO GmbH, Erik Peeters und Andreas (Dries) Stroeken, sind gleichzeitig CEO und CFO der niederländischen The Jekill and Hyde Company B.V. Damit ist die Verbindung zur RLS 2025 Holding B.V. vorhanden. Beide Marken, Jekill & Hyde und Kesstech, sollten unter diesem Holding-Dach gebündelt werden. Die MIBO GmbH fungierte als deutsche operative Einheit für diese Struktur.
Dass hochrangige Manager der Muttergesellschaft persönlich die Geschäftsführung der MIBO GmbH übernommen haben, spricht gegen eine von vornherein geplante Abwicklung. Eine Insolvenz als Geschäftsführer ist kein Karriere-Highlight und nichts, was man leichtfertig in Kauf nimmt.
Was ist schiefgelaufen?
Die MEC GmbH war bereits insolvent. Die MIBO hat per Asset Deal lediglich Vermögenswerte übernommen, also Maschinen, Markenrechte, Patente und vermutlich Lagerbestände. Bei einem sauberen Asset Deal sollten eigentlich keine bösen Überraschungen auftauchen, da keine Rechtsnachfolge und keine Verbindlichkeiten übernommen werden.
Dennoch ist die MIBO nach nur 36 Tagen insolvent. Mögliche Erklärungen wären, dass der operative Neustart teurer war als kalkuliert, dass die Bewertung der übernommenen Vermögenswerte zu hoch angesetzt wurde, oder dass die kurze Prüfungsphase schlicht ergeben hat, dass Kesstech ohne massive Investitionen nicht überlebensfähig ist. Möglicherweise ist die schnelle Insolvenz das Eingeständnis, dass die Übernahme unter den gegebenen Bedingungen nicht funktioniert.
Wie geht es weiter?
Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthias Reinel wird nun die Vermögenswerte der MIBO GmbH sichten. Diese könnten erneut per Asset Deal verkauft werden. Theoretisch könnte die RLS 2025 Holding oder ein externer Investor die Marke Kesstech ein weiteres Mal aus einer Insolvenzmasse erwerben. Für Kunden und Händler bedeutet diese Entwicklung weitere Unsicherheit. Garantieansprüche aus der MEC-Zeit sind bereits erloschen, und auch unter dem MIBO-Dach gibt es keine Kontinuität mehr.
Kann jemand Kesstech erneut aus der Insolvenzmasse kaufen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich und sogar ein gängiges Szenario. Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthias Reinel wird jetzt die Vermögenswerte sichten und kann diese erneut per Asset Deal verkaufen.
Mögliche Szenarien:
- Ein externer Investor kauft Kesstech – Maschinen, Markenrechte, Patente und Know-how könnten an einen neuen Käufer gehen
- Jekill & Hyde übernimmt direkt – Als Schwestermarke unter der RLS 2025 Holding wäre das naheliegend, diesmal ohne den Umweg über eine deutsche GmbH
- Komplette Abwicklung – Falls sich kein Käufer findet
Was das bedeuten würde! Bei einem erneuten Asset Deal würden wieder keine Verbindlichkeiten übergehen. Die Marke Kesstech könnte also theoretisch schuldenfrei dastehen und weitergeführt werden, oder der Schalter ist „OFF“ für immer. Für die Szene ein trauriges Ende, es sind die legendären Battles zwischen den Kunden, die wegfallen und es wird in der Szene wieder etwas leiser werden.
Offizielle Quellen
Die Insolvenzbekanntmachung ist unter dem Aktenzeichen IN 28/26 beim Amtsgericht Bamberg öffentlich einsehbar (insolvenzbekanntmachungen.de).
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