Deutschlands neuer Tattoo-Star
21-jährige Münchnerin ist Deutschlands neuer Tattoo-Star

TätowierMagazin-Nachwuchs-Contest

21-jährige Münchnerin ist Deutschlands neuer Tattoo-Star

Das beste Tattoo unter Hochdruck: Melissa Flattinger ist von einer Expertenjury zu Deutschlands bester Nachwuchs-Tätowiererin gekürt worden

Deutschlands neuer Shootingstar am Tattoohimmel steht fest: Tätowiererin Melissa Flattinger aus München hat am Sonntag die fünfköpfige Expertenjury des großen TätowierMagazin-Nachwuchs-Contests überzeugt. Die 21-Jährige stach bei der Tattoomenta Tattoo- und Piercing-Show in Kassel live ein großes Ornamental-Motiv auf den Rücken ihrer Kundin und setzte sich damit gegen ihre Wettbewerber Flo Gropper (26) aus Memmingen und Rebecca Bertelwick (27) aus Dortmund durch.

Bundesweiter Wettbewerb

Der bundesweite Wettbewerb stößt seit 2004 jedes Jahr auf großes Interesse in der Branche. Nach einem monatelangen Vorentscheid, der über Deutschlands älteste Tattoozeitschrift TätowierMagazin ausgetragen wird, offenbart die Jury den drei Finalisten erst zu Beginn der Tattoomenta die Themenvorgabe – in diesem Jahr lautete sie in Anlehnung an Hieronymus Boschs 500. Todestag »Mischwesen«. Den kompletten Samstag konnten die Tattookombattanten zum Thema recherchieren, Ideen entwickeln und schließlich das Motiv in kompletter Eigenleistung zeichnen.

Das Tattoo entsteht vor tausenden Messebesuchern

Am Sonntag dann wurde es ernst: Vor den Augen unzähliger Messebesucher tätowierten die drei Finalisten ihr Motiv in die Haut ihres Kunden und unterzogen sich am Abend auf großer Bühne der Expertenwertung. Diesmal bestand die Jury aus TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris Rödel, TATTOO-EROTICA-Chefredakteur Boris Glatthaar, Tattoomenta-Veranstalterin und Tätowiererin Jenny vom Studio Jenny B’s Tattoo (Kassel, Göttingen und Paderborn) sowie den Tätowierern Lars Wilczinski von Blue Moon Tattoo (Berlin) und Dea Vectorink von The Rusty Anchor (Gerolstein).

Rokker Company

Rasante Tattookarriere

In der Szene findet der Wettbewerb vor allem deshalb starke Beachtung, weil alle Teilnehmer in der Endausscheidung selbst aus Sicht von Fachleuten auf einem beeindruckenden Niveau tätowieren – dabei darf keiner von ihnen mehr als drei Jahre Erfahrung haben. Allen drei Finalisten sagen Szenekenner in der Regel rasante Karrieren voraus, insbesondere dem Erstplatzierten.

Münchnerin sticht »orientalischen Wolpertinger«

Das Motiv der diesjährigen Gewinnerin Melissa bewertete die Jury als ideenreich und handwerklich ausgesprochen gut, zusätzlich punktete die 21-Jährige damit, dass sie das Tattoo erkennbar an den Körper der Trägerin und deren bisherigen Tattoostil anpasste. Die Münchenerin aus dem Studio Corpsepainter Tattoo hatte eine Katze mit Geweih und großen Ohren gezeichnet und sie in ein feines, ornamentales Mandala-Blackwork eingebettet. Damit verarbeitete sie die thematische Vorgabe der Jury kreativ – es entstand eine Art »orientalischer Wolpertinger«.

Platz 2 geht nach Memmingen, Platz 3 nach Dortmund

Der Zweitplatzierte Flo Gropper vom Studio Pain4Pleasure in Memmingen hatte auf ein Porträt mit Tentakeln im Stile des Schwarz-Grau-Realismus gesetzt. Rebecca Bertelwick vom Atelier Kaninchenbau in Dortmund belegte mit einem farbgewaltigen und direkt von Bosch inspirierten Mischwesen-Motiv aus Ratte und Schwan den dritten Platz.
Die Tattoomenta Tattoo- und Piercing-Show gehört zu den renommiertesten Publikumsmessen der Tattooszene. Sie lockt jedes Jahr Tausende Besucher nach Nordhessen.

Bildnachweis: TätowierMagazin/Annegret Arnold